Tipps für MINT-Berufe 2025. 
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Treffen sich ein Physiker und eine Personalerin …(So verstehen Sie sich mit einer Recruitern besser.)


02.10.2025 

 

....  Ein hochspezialisierter Physiker trifft im Vorstellungsgespräch auf eine Recruiterin aus der Personalabteilung – und das Missverständnis ist oft vorprogrammiert.

 

Der Grund dafür ist, dass viele MINT-Absolventen es gewohnt sind, in ihrer eigenen Fachlogik zu denken und Details aus Forschung, Entwicklung oder Analytik präzise darzustellen. Für eine Recruiterin sind Begriffe wie Verifikationsnachweise oder Symmetrieforschung jedoch nur schwer einzuordnen. Das führt schnell dazu, dass ein Gespräch abgleitet: Der Bewerber spricht von fachlichen Spezialgebieten, die Personalerin versucht zu verstehen – und am Ende bleiben auf beiden Seiten Fragezeichen und Frust zurück.

 

Unterschiedliche Blickwinkel: 

In der Regel kennt die Recruiterin nicht alle der über 100 Berufsbilder im MINT-Bereich im Detail. Es ist auch unmöglich, das von ihr zu erwarten. Sie konzentriert sich daher auf grundlegende Kompetenzen wie Soft Skills, berufliche Motivation und einen groben Überblick über Fachgebiete. 
 

Der Bewerber bringt Leidenschaft und oft tiefe Fachexpertise mit – manchmal so detailliert, dass er für Nicht-Spezialisten schwer verständlich ist. Ein Beispiel: Auf die Frage „Kennen Sie technische Standards?“ kann ein erfahrener Raumfahrtphysiker nur innerlich schmunzeln – da er täglich damit zu tun hat. Doch für die Recruiterin ist das eine nachvollziehbare, aber sehr allgemein gehaltene Frage.

 

So bereiten Sie sich gezielt vor: 

Damit Ihr erstes Gespräch in der Personalabteilung nicht in einer Sackgasse endet, sollten Sie die Initiative ergreifen. Wichtig ist vor allem: Übersetzen Sie Ihr Fachwissen in ein allgemein verständliches Narrativ.

  • Eigene Rolle einordnen.
  • Konkrete Beispiele geben.
  • Bei komplexen Fachthemen allgemein verständlich bleiben.
  • Soft Skills hervorheben.
  • Werdegang und Ziele skizzieren.
  • Bei der Vorbereitung Hilfsmittel nutzen.

Der Schlüssel ist die Gesprächsverständlichkeit. Ihre Zeit im Gespräch mit einer Recruiterin ist wertvoll. Investieren Sie sie daher nicht in unnötige Erklärungen von Fachdetails, sondern nutzen Sie die Gelegenheit, um Ihre Persönlichkeit, Ihre berufliche Motivation und Ihre Anschlussfähigkeit an das Unternehmen sichtbar zu machen (Ich weiß, dass gerade das nicht einfach ist, da man diese Haltung sonst nur auf Partys, im Umgang mit Kindern und bei der Unterhaltung mit Zufallsbekanntschaften im Zug oder Flugzeug an den Tag legt). Außerdem geben Sie damit den Ton an und schaffen die Basis für ein produktives, wertschätzendes Gespräch.

 

 

 

 

 

Mann schaut durch ein Rohr an einer Wand, um etwas zu hören oder zu sehen.

Interview im Personalbereich aus KI Sicht.

Der Sender einer Nachricht ist dafür verantwortlich, dass der Empfänger sie versteht.

 

22.09.2025 

 

....  Kommunikation ist keine bloße Frage des „Sendens“, sondern eine Kunst, die sich erst dann erfüllt, wenn das Gegenüber die Botschaft wirklich erfasst.

 

Das gilt im Alltag ebenso wie in hochsensiblen Momenten. Man denke an den Sprechfunk zwischen Pilot und Tower, bei dem jedes Wort Leben sichern kann. Oder an die präzise Verständigung zwischen Chirurg und Anästhesistin im Operationssaal. Auch eine Lehrerin, die einer Schülerin komplizierte Inhalte vermittelt, trägt Verantwortung dafür, dass diese ankommen. Selbst Akrobaten am Seil vertrauen einander blind – und wissen, dass ein Missverständnis fatale Folgen hätte.

 

Doch diese Regel gilt nicht nur in Extremsituationen. Sie zeigt ihre Relevanz auch dort, wo viel weniger auf dem Spiel zu stehen scheint, beispielsweise im Bewerbungsverfahren. Die erste Person, die eine Bewerbung liest, ist häufig jemand aus der Personalabteilung. Diese Person entscheidet, ob die Unterlagen überhaupt an die Fachabteilung weitergereicht werden. Wenn Ihre Botschaft – Ihre Qualifikation, Ihre Motivation und Ihre Eignung – dort nicht klar und verständlich ankommt, kann der Prozess enden, bevor er richtig begonnen hat.

 

Verständlichkeit ist also keine nette Zutat, sondern das Fundament jeder Kommunikation. Wer etwas mitteilen möchte, trägt Verantwortung – nicht nur bei der Wahl der Worte, sondern auch für die Perspektive des Empfängers. Oder anders gesagt: Nur wenn der andere begreift, was Sie meinen, haben Sie tatsächlich etwas gesagt.

 

 

Mann schaut durch ein Rohr an einer Wand, um etwas zu hören oder zu sehen.

Siehe auch "Hamburger Verständlichkeitskonzept".

Braucht mein Lebenslauf wirklich den wissenschaftlichen Titel meiner Abschlussarbeit?

 

06.08.2025

 

.... Klar – in Forschung und Lehre versteht jeder sofort, worum es ging. Anders sieht es aber außerhalb des Labors aus: In der Wirtschaft wird sich kaum jemand durch komplizierte Titel wie „Molekulare Vielfalt und Dynamik von Zell-Matrix-Adhäsionen und Zell-Zell-Interaktionen in kultivierten Fibroblasten“ kämpfen – selbst Personalerinnen, die einiges gewohnt sind, fassen sich da an den Kopf.

 

Was also tun? Einfach weglassen? Auf keinen Fall! Denn in diesen Arbeiten steckt oft genau das, was Unternehmen suchen: Anwendungsnahe Fähigkeiten, Durchhaltevermögen, strategisches Denken und technisches Know-how.

 

So wird’s spannend und verständlich:

Mein Praxistipp aus vielen Jahren Coaching: Lassen Sie den formalen Originaltitel Ihrer Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit ruhig in den Anhang wandern – und erzählen Sie im Lebenslauf lieber kurz und knackig, worum es wirklich ging und welche Skills Sie gewonnen haben.

 

Beispiel: Molekularbiologie – verständlich erklärt

Statt „Molekulare Vielfalt und Dynamik von Zell-Matrix-Adhäsionen und Zell-Zell-Interaktionen in kultivierten Fibroblasten.“ sollten Sie im CV besser so schreiben: 

„Sept. 2016 – Okt. 2019

Promotion in Molekularbiologie (Originaltitel siehe Anhang)

In meiner Doktorarbeit habe ich erforscht, wie menschliche Zellen miteinander und mit ihrer Umgebung „kommunizieren“, wenn eine Wunde heilt. Ziel war es, die Abläufe auf molekularer Ebene zu verstehen, um langfristig Heilungsprozesse zu beschleunigen. Besonderen Fokus legte ich auf die Anwendung moderner Methoden wie Data Mining, Machine Learning und Big Data-Analysen. Weiterer Anwendungsaspekt meiner Forschung: Erkenntnisse zur gezielten Hemmung von Blutgefäßbildung im Tumorgewebe – ein Ansatz, der die Krebstherapie verbessern kann. Für meine Arbeit hatte ich eine 75 % Stelle. Als Ergebnis meiner Promotionsarbeit schätze ich einen weltweiten Fortschritt in diesem Thema um etwa 15 %.“

 

So vermitteln Sie selbst komplexe Forschungsthemen verständlich und zeigen auf einen Blick, welche Fähigkeiten Sie mitbringen: Von Laborpraxis über Datenanalyse bis hin zur Schnittstelle zwischen Biologie und Informatik.

 

Tipp: Sie haben während Ihrer Abschlussarbeit ganz nebenbei engagiert Bauteile organisiert, sich wirksam durch den administrativen Dschungel Ihrer Uni gekämpft oder schwierige Teammitglieder erfolgreich „gemanagt“? Super! Solche Kompetenzen unbedingt erwähnen – kurz und so beschreiben, dass auch Nichtwissenschaftler sofort einen Nutzwert erkennen.

Viel Erfolg!

 

 

 

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Burfeindt-BC MünchenBeratung & Coaching. 
Ich unterstütze MINT Ingenieure und Wissenschaftler (m/w/d) aller Altersstufen in ihren unterschiedlichen beruflichen Herausforderungen. Meine Schwerpunkte: Karriereplanung und bessere Bewerbungschancen. 
Ich komme aus der Praxis. Erfahrung aus Forschung und Industrie. 85 % Coaching-Erfolg. Meine Klienten sind Privatpersonen. Weitere Kunden sind die Helmholtz-Gemeinschaft, das KIT in Karlsruhe  und die "VDI Nachrichten".

Dr. Jürgen Burfeindt. 80798 München.  coaching@burfeindt.de    + 49 (0) 89 2717 684.      + 49 (0) 171 68 199 18.   
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