Tipps für MINT-Berufe 2026.
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Nachtrag zu: „Fehlender Bewerbungserfolg über längere Zeit bei MINT-Experten“ vom 10.01.2026.
17.01.2026
Viele MINT-Bewerberinnen und -Bewerber kennen das Gefühl: Nach dutzenden Bewerbungen ohne Erfolg wächst der Frust – und mit ihm oft der Gedanke „Jetzt erst recht!“. Sie bewerben sich weiter, manchmal sogar wiederholt bei denselben Unternehmen – in der Hoffnung, dass es dieses Mal klappt.
Doch diese Haltung, so verständlich sie menschlich ist, kann in Bewerbungsverfahren zum Bumerang werden. Durchhaltevermögen gilt im Leben und besonders in technischen Berufen zu Recht als Stärke – in der Bewerbungssituation jedoch greift dieses Prinzip nur bedingt. Denn viele Arbeitgeber führen interne Sperrlisten oder Personalpools, in denen abgelehnte Bewerbungen langfristig gespeichert bleiben. Wer sich immer wieder auf neue Ausschreibungen desselben Unternehmens bewirbt, signalisiert nicht Zielstrebigkeit, sondern Bedürftigkeit. Das kann das eigene Profil dauerhaft beschädigen.
Stattdessen lohnt es sich, gezielter und analytischer vorzugehen. Prüfen Sie die HR-Hinweise auf der Website Ihres Zielunternehmens: Wie steht das Unternehmen zu Mehrfach- oder parallelen Bewerbungen?
Und vor allem: Wie gut passt Ihr Profil tatsächlich zu den Anforderungen der Stelle? Ein gründlicher Abgleich zwischen Ihrem Lebenslauf und der Stellenausschreibung – über das Bauchgefühl hinaus – wirkt Wunder. Wenn Sie im Anschreiben zwei oder drei präzise Punkte herausgreifen, bei denen Sie echten Mehrwert bieten, entsteht Glaubwürdigkeit. So zeigen Sie nicht nur Motivation, sondern auch strategisches Denken – genau das, was MINT-Unternehmen schätzen.

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Fehlender Bewerbungserfolg über längere Zeit bei MINT-Experten
10.01.2026
Zunächst einmal wünsche ich allen Leserinnen und Lesern – insbesondere denjenigen, die sich auf Jobsuche befinden – ein erfolgreiches neues Jahr!
In meiner Praxis kommt es immer wieder vor, dass Ingenieure und Wissenschaftlerinnen aus den MINT-Fächern schon seit längerer Zeit ohne Fortschritt versuchen, von einer Forschungsstelle in die Industrie bzw. Wirtschaft zu wechseln. Sie haben das Gefühl, gegen eine unsichtbare Wand zu laufen. Leider erhalten sie von den Unternehmen, bei denen sie sich bewerben, kein belastbares Feedback. Generell sollten Sie aber bei vielen Absagen davon ausgehen, dass es einen strategischen Fehler in der Kommunikation zwischen Ihnen und dem potenziellen Arbeitgeber gibt. Bei zahlreichen Direktabsagen sollten Sie Ihre Bewerbung verändern, schlimmer kann es ja nicht werden. Hier ein systematischer Ansatz:
- Bitte überprüfen Sie zunächst die Vollständigkeit der Unterlagen, die Sie hochladen möchten. Unternehmen haben mitunter sehr genaue Vollständigkeitsanforderungen. Diese finden Sie auf der HR-Seite des Unternehmens. Es wäre schade, wenn Ihre Bewerbung bereits an dieser Stelle scheitern würde.
- Überprüfen Sie deshalb, ob Sie den Lebenslauf in Ihrem technischen Jargon verfasst haben. Die HR-Person, die ihn liest, versteht ihn möglicherweise nicht.
- Beschäftigen Sie sich mit der Denkweise des rekrutierenden HR-Personals und schreiben Sie Inhalte in Ihre Bewerbung, die das HR-Personal interessieren. Nicht Sie!
- Rechnen Sie mit vielen Konkurrenzbewerbungen und gestalten Sie Ihre Unterlagen deshalb leseerfrischend, um sich von der Konkurrenz abzuheben!
- Gehen Sie proaktiv auf mögliche, unerwartete Vorurteile Ihnen gegenüber ein. Beispielsweise betrachten Personaler Wissenschaftler ohne Industrieerfahrung unter dem Aspekt des Elfenbeinturms. Sprechen Sie an, warum Ihre Berufshistorie trotzdem eine Bereicherung für den potenziellen Arbeitgeber sein kann.
- Zu guter Letzt: Stellenanzeigen können missverständlich sein. Und: auch sie enthalten manchmal eine Art Geheimsprache, ähnlich wie Arbeitszeugnisse
Ein Chatbot kann Ihnen zu all diesen Punkten Hilfe oder zumindest Anregungen geben.

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